FC Twente: Stärkere Verbindung mit der deutschen Grenzregion Teil der neuen Vereinsstrategie

Die Grenzen zwischen Twente und Deutschland verschwimmen immer mehr. Das bemerkt auch der FC Twente, der in den kommenden Jahren verstärkt auf den deutschen Markt setzen möchte — nicht nur sportlich, sondern vor allem auch wirtschaftlich und regional.

 

Laut dem kaufmännischen Leiter Marco Behrens passt diese Entwicklung zur neuen Strategie, die der Verein kürzlich vorgestellt hat. „Wir möchten unser Einzugsgebiet weiter ausbauen“, sagt er. „Deutschland gehört dabei ausdrücklich dazu.“

Für FC Twente geht es bei dieser Strategie um mehr als nur darum, neue Fans zu gewinnen. Der Verein sieht sich zunehmend als regionaler Verbindungspartner in einem grenzüberschreitenden Gebiet, in dem Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Netzwerke immer stärker miteinander verflochten sind.

Deutschland als Wachstumsmarkt

Dass Deutschland für FC Twente wichtiger wird, ist nichts Neues. Der Verein hat bereits seit vielen Jahren deutsche Fans und Geschäftsbeziehungen. Dennoch möchte FC Twente diese Verbindung in den kommenden Jahren weiter ausbauen. „Früher endete es für uns oft mehr oder weniger an der Grenze“, sagt Marco. „Aber man merkt, dass diese Grenze immer weniger Bedeutung hat.“

Ein sichtbares Beispiel dafür ist der Hauptsponsor GGM Gastro, der direkt hinter der Grenze ansässig ist. Darüber hinaus sind auch andere deutsche Unternehmen als Partner mit FC Twente verbunden. „Mittlerweile haben wir eine Gruppe deutscher Unternehmer, die gemeinsam eine Skybox nutzen“, erzählt Marco. „Wir nennen sie die deutschen Tukkers.“ Dadurch entstehen immer mehr neue Verbindungen zwischen Unternehmen, Fans und Netzwerken auf beiden Seiten der Grenze, so ist seine Erfahrung.

Größeres Einzugsgebiet

Der Fokus auf Deutschland hängt auch mit den allgemeinen Wachstumsplänen von FC Twente zusammen. Der Verein möchte seine regionale Rolle weiter stärken und blickt dabei bewusst über Twente hinaus. „Unser Wirkungskreis muss größer werden“, sagt Marco. „Nicht nur Richtung Deutschland, sondern auch Richtung Drenthe und Achterhoek.“

Accountmanager für Deutschland

Diese Sichtbarkeit soll laut Marco auf verschiedene Weise entstehen — zum Beispiel durch kommerzielle Kooperationen, Netzwerkveranstaltungen und Spiele in Deutschland. „Wenn man ein größeres Einzugsgebiet aufbauen möchte, muss man dort auch sichtbar sein“, sagt er. „Dann hilft es, Freundschaftsspiele auszutragen oder Veranstaltungen in der Region zu organisieren.“

Außerdem möchte FC Twente die Kontakte zu Vereinen und Organisationen in Deutschland weiter intensivieren. Ein bekanntes Beispiel dafür ist natürlich der FC Schalke 04. Die Fans beider Vereine pflegen enge Beziehungen. Laut Marco kann FC Twente die Beziehung zu Schalke 04 noch weiter ausbauen und intensivieren.

Marco sieht allerdings auch, dass Geschäfte in Deutschland eine andere Herangehensweise erfordern als in den Niederlanden. „Die Kultur ist anders und Beziehungen sind unglaublich wichtig. Deshalb prüfen wir auch, wie wir dort strukturell stärker präsent sein können.“ FC Twente denkt dabei unter anderem über zusätzliche Unterstützung aus Deutschland selbst nach, beispielsweise durch einen Accountmanager mit Kenntnissen des deutschen Marktes.

Regionale Verbindung

Laut Marco passt die deutsche Ambition gut zu den allgemeinen Entwicklungen im Osten der Niederlande. Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Organisationen arbeiten immer häufiger grenzüberschreitend zusammen. „Man sieht, dass die Region wirtschaftlich immer stärker miteinander verbunden ist“, sagt er. „Daran möchten wir als Verein ebenfalls teilhaben.“

Diese Entwicklung bemerkt FC Twente auch innerhalb seines geschäftlichen Netzwerks. Deutsche Partner nutzen den Verein nicht nur zur Sichtbarkeit, sondern auch, um Kontakte zu knüpfen und Personal zu finden. „Für manche Unternehmen wirkt FC Twente wirklich als verbindender Faktor“, erzählt Marco. „Das geht weit über Sponsoring hinaus.“

Seiner Meinung nach passt diese regionale Rolle zur Identität des Vereins. „Wir wollen mehr sein als nur ein Fußballverein. Wir wollen Menschen, Unternehmen und Regionen miteinander verbinden.“ „Wie schön wäre es, wenn sich künftig noch mehr deutsche Fans und Unternehmen wirklich mit FC Twente verbunden fühlen würden?“, sagt Marco. „Das würde perfekt zu der Zukunft passen, die wir uns vorstellen.“

Wir wollen mehr sein als nur ein Fußballverein. Wir wollen Menschen, Unternehmen und Regionen miteinander verbinden.