Baker Tilly: Das Tax Control Framework: aktueller denn je zuvor?

Wir stellen bei immer mehr Mandanten fest, dass die niederländische Finanzverwaltung, der Belastingdienst, wieder häufiger vorstellig wird. Die Folge? Mehr Auskunftsersuchen, Prüfungen und damit auch mehr Diskussionen. Wiederkehrende Themen sind dabei häufig die Lohnabgaben und die Umsatzsteuer. Themen, die bei grenzüberschreitender unternehmerischer Tätigkeit ohnehin eine wichtige Rolle spielen, aber auch bei rein national tätigen Unternehmen gibt es hierzu ausreichend Anlass zur Diskussion

Emile Klomp, Manager Tax Advisory bei dem Beratungsunternehmen Baker Tilly in Almelo
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Die Prüfungen bei Mandanten erfolgen zunehmend im Wege von Stichproben, wobei festgestellte Fehler bereits zu erheblichen Korrekturen, Bußgeldern und Zinsen führen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Fehler auf frühere Jahre extrapoliert werden können. Stichproben können sich auf eine bestimmte Steuerart oder ein bestimmtes steuerliches Dossier beziehen, sie können aber auch potenziell sämtliche Steuerarten und Dossiers umfassen. In letzterem Fall spricht der Belastingdienst von einer sogenannten integrierten Stichprobenprüfung.

In einer zunehmend komplexen steuerlichen Landschaft ist es für Unternehmer daher wesentlich, ihre steuerlichen Dossiers im Griff zu haben und zu behalten. Ein sogenanntes Tax Control Framework (im Folgenden: TCF) bietet hierfür eine strukturierte Lösung. Das TCF ist ein zusammenhängendes System aus Prozessen, Kontrollen und Verantwortlichkeiten. Es hilft Unternehmen, steuerliche Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu beherrschen, aber auch steuerliche Chancen frühzeitig zu identifizieren und zu nutzen. Durch die Ausarbeitung und Dokumentation dieser Elemente wird ein Prozess eingerichtet, der sicherstellt, dass steuerliche Verpflichtungen korrekt und fristgerecht erfüllt werden.

Der Mehrwert eines TCF geht über die reine Kontrolle hinaus. Es verschafft Unternehmen auch einen besseren Einblick in ihre steuerliche Position und ermöglicht es, proaktiv auf Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung zu reagieren. Dies ist insbesondere auch im internationalen Kontext relevant, in dem sich die Rechtslage fortlaufend verändert. Ein gut eingerichtetes TCF unterstützt bei der Umsetzung neuer steuerlicher Vorschriften und hilft, Fehler, Nachforderungen und Bußgelder zu vermeiden. Darüber hinaus trägt es zu einer effizienteren Arbeitsweise bei, was häufig zu niedrigeren Kosten führt.

Für den Belastingdienst ist ein gut funktionierendes TCF häufig Anlass für eine geringere Prüfungsintensität. Der Belastingdienst fragt zudem immer häufiger, ob ein Unternehmen bereits über ein TCF verfügt und welche steuerlichen Key Risks bestehen. In den vergangenen vier Jahren hat der Belastingdienst landesweit umfangreiche Daten dazu gesammelt, welche Arten von steuerlichen Key Risks bei welchen Unternehmenstypen auftreten. Weichen Ihre Antworten hiervon zu stark ab, ist ein Unternehmensbesuch selbstverständlich sehr wahrscheinlich.

In der Vergangenheit wurde ein TCF schnell ausschließlich mit sehr großen Organisationen oder mit öffentlichen beziehungsweise halböffentlichen Einrichtungen in Verbindung gebracht. Diese Sichtweise ist inzwischen überholt. Auch mittelgroße Unternehmen haben zunehmend Bedarf an einer strukturierten steuerlichen Kontrolle und Steuerung.

Sie haben die Wahl: lieber im Voraus Kontrolle haben, als im Nachhinein Erklärungen abgeben zu müssen? Wir unterstützen Sie gerne!