Wirtschafts­förderungs­gesellschaft für den Kreis Borken: Das Potenzial vor der Haustür nutzen

Die Lage an der niederländischen Grenze bietet Unternehmen aus dem Kreis Borken die Möglichkeit, attraktive Kooperationen einzugehen und einen lukrativen Zielmarkt zu erschließen. Dieses Potenzial wird jedoch häufig unterschätzt. Mit „WFGgoNL“ bündelt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG) aufeinander aufbauende Angebote, die Unternehmen Schritt für Schritt beim Weg in die Niederlande unterstützen – sowohl beim Markteintritt als auch beim Aufbau grenzüberschreitender Kooperationen. So entstehen neue Marktchancen, kurze Wege zu Geschäftspartnern und zusätzliche Impulse für Innovation und Fachkräftegewinnung.

Ganz nach dem Motto „WFG – wir fördern grenzenlos“ versteht sich das WFG-Team als zentrale Servicestelle, die Unternehmen persönlich, bedarfsgerecht und mit der Expertise eines starken Partnernetzwerks beim Schritt in die Niederlande berät. „WFGgoNL“ steht für alle Angebote, die Unternehmen für einen sicheren Start und langfristigen Erfolg in den Niederlanden nutzen können. „Ein nachhaltiges Engagement im Ausland braucht eine strategische Grundlage und eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Zielmarkt. Genau hier setzen wir mit WFGgoNL an“, erklärt Karina Holtkamp, Betriebsberaterin bei der WFG. In persönlichen Beratungsgesprächen werden konkrete Handlungsoptionen für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Auslandsaktivitäten erarbeitet. Dabei werden Netzwerke, öffentliche Unterstützungsangebote, Förderprogramme, Messeförderungen und weitere passende Instrumente aktiv einbezogen.

Unternehmersprechtage und Workshops

Ergänzend dazu bietet die WFG in Kooperation mit verschiedenen Netzwerkpartnern regelmäßig Unternehmersprechtage sowie den Workshop „Markterschließung Niederlande“ an. „In diesem moderierten Austauschformat erhalten Unternehmen praxisnahe Impulse zu den unterschiedlichen Phasen des Auslandsgeschäfts. Außerdem profitieren sie vom Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden untereinander“, betont Holtkamp.

Innovationsförderung und Fachkräftegewinnung

Ein besonderer Mehrwert des WFG-Angebots liegt zudem in der engen Verzahnung von Markterschließung, Innovation und Kooperation. Über grenzüberschreitende Initiativen wie TECH. LAND und das Interreg-Projekt „Smart Solution Labs“ bringt die WFG Unternehmen gezielt mit niederländischen Partnern zusammen.

Smart Solution Labs

Die Smart Solution Labs ermöglichen es Unternehmen, gemeinsam mit niederländischen, deutschen und internationalen Studierenden an konkreten betrieblichen Fragestellungen zu arbeiten. „In interdisziplinären Teams entstehen praxisnahe, innovative Lösungsansätze, während Unternehmen neue Perspektiven kennenlernen und frühzeitig Kontakte zu internationalen Talenten sowie Hochschulen aufbauen“, erläutert WFG-Innovationsberaterin Renate Warmers. Ein konkretes Beispiel aus den Smart Solution Labs ist die Zusammenarbeit mit der KEMPER GmbH aus Vreden: Acht Wochen lang arbeiteten Studierende an der Einführung eines passenden Multi-Language-Modells, das es dem Unternehmen ermöglicht, mithilfe von Künstlicher Intelligenz und unter Berücksichtigung des Datenschutzes schnell und gezielt Informationen aus firmeneigenen Daten und Dokumenten zu extrahieren. Sie stellten zwei Anwendungen vor und gaben eine klare, fundierte Empfehlung ab.

Unternehmensreise in die Niederlande

Auch über die Smart Solution Labs hinaus unterstützt die WFG aktiv bei der Anbahnung von Kooperationen mit deutschen und niederländischen Hochschulen und stärkt so den Wissens- und Technologietransfer in der Grenzregion. „Ein Baustein zur Vertiefung dieser Kooperationen ist die Unternehmensreise ‚Tech Camp Campus Tour‘ am 24. September 2026 zur Saxion Hochschule in den Niederlanden. Unternehmen erhalten dabei Einblicke in moderne Labore, treten in direkten Austausch mit Forschenden und lernen konkrete Kooperationsmöglichkeiten mit Hochschulen kennen“, blickt Warmers voraus. Dabei endet der Blick der WFG nicht an der niederländischen Grenze: Auch bei internationalen Aktivitäten in weiteren EU-Mitgliedstaaten oder in Drittstaaten unterstützt sie Unternehmen. „Aufgrund der unmittelbaren regionalen Nähe nehmen die Niederlande jedoch eine besondere Rolle ein – als Markt mit großem Potenzial, kurzen Wegen und vielen Chancen für die heimische Wirtschaft“, betont Warmers.

Die Smart Solution Labs werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Darüber hinaus bezuschussen drei Interreg-Partner – das niederländische Ministerium für Wirtschaft und Klima und die Provinz Overijssel sowie das deutsche Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie NRW – das Projekt.