Fiege: Immer nah am Kunden

Das Münsterland ist für das Logistikunternehmen Fiege mit Hauptsitz in Greven gleichzeitig Heimat und Ausgangspunkt für das weltweite Geschäft. Im westlichen Münsterland und dem angrenzenden Niederrhein ergibt sich demnächst zudem ein eigenes Logistikdreieck zwischen Bocholt, Emmerich und Hamminkeln. Kein Zufall, wie es bei Fiege heißt. „Wir sind da, wo unsere Kunden sind“, so formuliert es Projektmanager Markus Bruns. Der Standort Bocholt besteht seit über 40 Jahren, Emmerich kam 2019 dazu – und in wenigen Monaten wird der neue Standort in Hamminkeln eröffnen. Es ist viel Bewegung drin bei Fiege.

Sich in der Region noch breiter aufzustellen: Das war bei Fiege der Auftrag. Das Westmünsterland bietet als „Tor zum Ruhrgebiet“ und Brücke in den Benelux-Raum viele Vorteile. Und so passt auch der neue Standort in Hamminkeln in die Strategie bei Fiege: Direkt an der Autobahn 3 errichtet Fiege derzeit eine Logistikhalle mit 60 Toren für die Anlieferung auf rund 55.000 Quadratmetern Fläche. Reichlich Platz also für bis zu 80.000 Paletten-Stellplätze. Ab Januar 2027 sollen sich die Regale mit Kundenwaren füllen. Derzeit prüfen die Grevener, wie sich die Warenströme am effektivsten lenken lassen. Sicher ist bereits: In Hamminkeln werden Großkunden aus dem Spirituosen-Bereich untergebracht, deren Produkte von dort aus in die Supermarktketten transportiert werden. „Von Hamminkeln erreichen wir zudem andere Großlager bequemer“, ergänzt Bruns.

Stark bei Sonderleistungen

Für jeden Kunden die richtige Umgebung: So strukturiert Fiege seine Logistik. Im Bereich der Spirituosenhersteller verfügt Fiege über langjährige Erfahrung und übernimmt beispielsweise auch Aufgaben wie die Abwicklung der Verbrauchssteuer mit dem Zoll. Value Added Services, also Zusatzleistungen, gehören natürlich zum Repertoire des Logistikers. „Das ist mehr als nur Palette rein, Palette raus“, sagt Bruns und schmunzelt. „Insbesondere wenn ein Kunde Sonderleistungen benötigt, sind wir stark.“ Beispiele: Für einen deutschen Süßwarenhersteller stellt Fiege in Emmerich sogenannte Sortimentskartons zusammen, in denen verschiedene Artikel für die Präsentation im Laden gebündelt werden. Der Bau von Displays gehört auch dazu. Rund zwei Millionen Kartons, über 400.000 Displays und 30.000 Dosentrays werden in Emmerich und Bocholt jährlich zusammengestellt. Und wenn besondere Anlässe wie Sport-Events oder Weihnachten anstehen, sorgt Fiege dafür, dass Produkte mit Werbemitteln versehen werden oder in speziellen Geschenkboxen verpackt werden.

Das ist ein anspruchsvolles Geschäft, weil es um Termintreue geht. Fiege kann das mit seiner Erfahrung. „Wir rechnen vom geplanten Verkaufsstart zurück und wissen dann genau, wie viel Zeit wir benötigen“, betont Bruns. So kann Fiege jederzeit schnell und flexibel reagieren. Jeder Standort bringt seine ganz eigenen Stärken mit. Emmerich beispielsweise ist der erste deutsche Rheinhafen – und spart damit den „stauanfälligen“ und durch Niedrigwasser gefährdeten Umweg über Duisburg. Dank der Wasserwege sind Häfen wie Rotterdam schnell erreichbar. Der Standort wurde 2019 eingeweiht und entlastet seitdem auch den Standort in Bocholt, an dem die Lagerflächen langsam knapp wurden.

Shuttles im Einsatz

Hamminkeln dagegen hält als Neubau zusätzliche Möglichkeiten bereit. Während Emmerich ein klassisches Breitganglager ist, setzt man in Hamminkeln auf ein sogenanntes 2D-Shuttle. Im Gegensatz zum traditionellen Stapler-Einsatz kommen hier sogenannte Shuttles zum Einsatz, die Paletten automatisiert durch die schmalen Hochregalgänge zum passenden Stellplatz transportieren. Von der Übergabe einer Palette bis zum Lagerplatz verläuft der Weg ohne menschliches Zutun. Das geht schneller und spart vor allem Platz. Fiege geht hier mit der Zeit, denn der angespannte Arbeitsmarkt verlangt nach innovativen Lösungen. Nächstes Ziel? Das automatisierte Palettieren von Waren, beispielsweise über Seilroboter mit Saugnapftechnik. „Automatisierung ist der Weg in die Zukunft“, ist Bruns sicher. Und Fiege will bei dieser Entwicklung von Beginn an dabei sein. Trotz seiner Größe – Fiege realisiert im Schnitt zwei neue Standorte pro Jahr – bleibt das Familienunternehmen bodenständig. Vor allem Flexibilität ist für den Grevener Logistikdienstleister wichtig: Auch kleinere Kunden mit einem Bedarf von beispielsweise nur 500 Palettenstellplätzen finden bei Fiege ein Zuhause. Gemeinsam mit einem Mittelstands-Kunden zu wachsen? „Das ist ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells“, sagt Bruns. Mit rund 350 festangestellten Mitarbeitenden an den drei Standorten ist Fiege zudem ein bedeutender Arbeitgeber im Westmünsterland. Der Neubau in Hamminkeln sichert nicht nur bestehende Arbeitsplätze, sondern schafft die Basis für künftiges Wachstum in einer Region, die auch durch Fiege noch stärker mit den globalen Märkten vernetzt wird.